DBU Academy “DBU Sportpattern” 2012

 Erstmalig veranstaltet die DBU Academy eine Seminarreihe. Auf der Homepage der DBU wird versprochen:

“In loser Folge vermitteln erfahrene und renommierte Experten theoretisches und praktisches Know-How zu unterschiedlichen Themen rund um den Bowlingsport für jedermann; dezentral und kostengünstig.”

 Die Agenda verspricht nicht weniger:

Thema: Spieltaktik.

  • Am Beispiel der Bundesliga-Sport-Pattern 2012/13: Worin unterscheiden sich diese Ölbilder von einem House-Pattern und warum?
  • Die Topographie der Bahn: Unterschiedliche Bahnoberflächen und ihre Auswirkungen
  • Einflussfaktoren für das Laufverhalten eines Balles: Auswirkungen von Öllänge, -menge und Ratio
  • Ölbilder und Bahnen lesen
  • Spiellinien und Breakpoint
  • Materialauswahl in Abhängigkeit von den Bahnbedingungen
  • Spielvarianten: Die Reaktion auf Veränderungen der Bahnbedingungen
  • Praktische Demonstration und eigenes Training auf verschiedenen Pattern mit individuellem Feedback durch die Coaches

Dieser Bericht bezieht sich auf den Termin am 03.10.2012 in Hildesheim im Bowlingcenter CCR Bowling.

Experte: Peter Knopp (Pro-Shop Betreiber, 1991 – 1994 Mitglied der PBA, USBC Bronze Coach, erfolgreicher PBA Senior Tour Teilnehmer, …).

Mit 22 Teilnehmern beginnt Peter Knopp pünktlich um 09:30 und stellt die Agenda vor.

Danach liefert er die Erklärung für die Einführung von sportlichen Ölmustern in der Bundesliga: Bisher hat jede Halle eigene Ölmuster verwendet. Es gab keine Transparenz und sie waren, wenn sie veröffentlicht wurden, nicht überprüfbar. Einige waren extrem leicht, andere nahezu nicht bespielbar. Im Interesse des Bowling-Sports wurde entschieden (DBU Sportausschuss 14.01.2012 (KLICK)), analog zu den Ölmustern der PBA (KLICK) standardisierte Ölmuster für die Bundesligen einzuführen. Gerne hätte man auf die offiziellen Ölmuster der PBA zugegriffen, was aus lizenzrechtlichen Gründen aber zu teuer ist. Somit wurden einige freie Ölmuster der Firma Kegel ausgewählt (1. BL WTBA (KLICK) und 2. BL Challenge Pattern (KLICK)).

Identische Ölmuster sind zwar dennoch grundsätzlich nie identisch, da sie sich in Abhängigkeit des Bahnbelages, der Bahnpflegemaschine und deren Zustand, dem verwendeten Öl und Reiniger und unterschiedlichen klimatischen Bedingungen anders spielen lassen. ABER: Sie sind vergleichbarer, überprüfbarer und in der Schwierigkeit anhand bestimmter Parameter (kommt später) einstellbar.

Peter erklärt, dass erste Ansätze bei der Einführung der sportlichen Ölmuster als Testphase in der letzten Saison zu viel Unmut geführt hat. Während die 1. Bundesliga überwiegend klar gekommen ist, gab es in der 2. Bundesliga teilweise extreme Einbrüche und damit auch Unverständnis. Daraus resultiert, das in der aktuellen Saison für die 2. Bundesliga leichtere, aber dennoch anspruchsvolle Ölmuster verwendet werden. Doch das hätte sicherlich nicht gereicht, die Sportbowler zu mehr Training zu motivieren. Denn was kann ich damit anfangen, wenn die Ölmuster schwerer sind und ich darauf nicht trainieren kann?! Somit wurde das erste Seminar der DBU Academy entwickelt: Einführung der Sportpattern und Informationen, wie diese zu bespielen sind! Gleichzeitig können die Hallen für ihre Sportbowler die Ölmuster herunterladen und die Bahnpflegemaschinen damit programmieren.

Da sich die DBU klar positioniert hat und auch zukünftig sportliche Ölmuster in den Bundesligen verwenden wird, sollten sich auch die Vertreter der jeweiligen Landesligen überlegen, ob sie sich den Ölmustern der 2. BL anschließen. Denn spätestens in den Aufstiegsspielen könnte es sonst ein böses Erwachen geben. Grundsätzlich so führt Peter aus, sollten Bowler die trainieren, besser sein, als Bowler, die nicht trainieren. Das war und ist auf einfachen Hausshots nicht immer so… ;-).

Allerdings kommt jetzt der heikle Punkt: Überprüfung des durch die Halle aufgebrachten Ölmusters! Dazu hat die DBU eine Maschine erworben: den Lane Monitor. Mittels eines auf die Bahn gelegten Teststreifens, wird die unterschiedliche Menge des Öls auf den Teststreifen übertragen und dann mittels Lane Monitor ausgewertet. Diese Überprüfung soll vor jedem Start der 1. BL punktuell vorgenommen werden.

Nach der sehr umfangreichen Einleitung beginnt Peter Knopp mit den Grundsätzen des Balllaufverhaltens und des Bahnlesens. Er spricht sehr lebendig und nimmt immer wieder Bezug auf seine eigenen Erfahrungen, auch und gerade im Wettkampf mit den amerikanischen Profis. Die Teilnehmer hören sehr interessiert zu und saugen das umfangreiche Wissen geradezu auf.

Die 3 Phasen des Balllaufs (Skid, Hook und Roll), mit dem Hinweis: “A bowling ball hits harder AFTER it stops hooking, not while it’s still hooking.”!

TIP: Es ist leichter, den Balllauf zu kontrollieren, wenn die Oberfläche des Balles nicht poliert ist, sondern mit (Abralon-)-Pads mit 500, 1000, 2000 oder 4000 Grid angepasst wird.

Dann der Übergang zum Spieler: Spieltempo, Anzahl der Umdrehungen, Achsenrotation und Achsentilt.

Einige Bowler wundern sich, dass sie trotz sehr hoher Umdrehungen nicht wirklich hohe Ergebnisse spielen. Das gleiche gilt für Bowler mit einem sehr hohen Tempo und wenigen Umdrehungen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Ballgeschwindigkeit und Umdrehungen. Anhand einer Tabelle erläutert Peter, das einige Bowler deutlich höhere Ergebnisse spielen könnten, wenn die Umdrehungen im Verhältnis zur Geschwindigkeit stehen würden. Er zeigt Videos vom Throwbot (Ballwurfroboter (KLICK)) und über Achsenrotation und Achsentilt.

UPS, vom Wissen erschlagen??? Nein, auch das Wollpaket hat sich schnell wieder erholt :-). Doch obwohl Peter die ganze Zeit geredet

hat, konnte er auch in der folgenden Pause nicht wirklich durchatmen.

Rechts neben ihm steht Oliver Mielenz, der Peter im Folgenden unterstützte.

Andere Teilnehmer nutzten die Pause um auf der Terasse ein wenig frische Luft zu schnappen und das Gehörte Revue passieren zu lassen. Dabei war das noch nicht einmal die Mittagspause…

Das folgende Thema befasst sich mit dem Zusammenbruch. Allerdings nicht unserem, sondern dem des Ölmusters, dem Breakdown. Das ist keine Katastrophe, sonder ein normaler Vorgang. Im Gegensatz zu den ersten Plastikbällen nehmen die heutigen aggressiven Bowlingbälle das Öl auf und tragen es nicht mehr nach hinten (Carry Down, kommt später). Spielen nun viele Spieler aggressive Bälle über die gleiche Linie, verschwindet in diesem Bereich das Öl. Das Ölvolumen vermindert sich bis zu 52% und das Ratio kann sich z.B. von 2,2:1 bis auf 6:1 erhöhen. TIP: Gute Spieler (Mannschaften) machen sich das zunutze und verändern so bewusst die Bedingungen!

Als Pro Shop Betreiber kennt sich Peter natürlich aus mit unseren Sportgeräten aus: den Bowlingbällen! Er macht Abstecher in die Kerne und erläutert den Unterschied zwischen symmetrischen und asymmetrischen Kernen.

Weiter geht er auf die verschiedenen Oberflächen und deren Zusammensetzung und gegebenenfalls Zusätze (Partikel) ein.

Natürlich darf auch das Ball- oder Bohr -Layout nicht fehlen.

Allerdings erklärt er hier augenzwinkernd, dass das Ball Layout bei vielen Bowlern nicht so wirklich entscheidend ist.

In erster Linie ist es die konstante Abgabe des Spielers und dann die Oberfläche des Balles.

ABER: Der Ball muss perfekt auf die Hand passen!

Von der Oberfläche des Balles zur Oberfläche der Bahn: Die Topografie. Wahrscheinlich wird die überwiegende Anzahl der Bowler davon ausgehen, dass alle Bahnen gleich glatt und gerade sind. Doch das stimmt nicht einmal für ein Bahnenpaar.

Mit Hilfe des Lane Mappers ™ von Kegel können die Bahnen vermessen und eine “Landkarte” erstellt werden. So ist zu erkennen, wie stark der Balllauf durch Erhöhungen, Vertiefungen, Links / Rechts Gefälle und Längengefälle gegebenenfalls beeinflusst wird. TIP: Je höher das Ballgewicht, desto geringer die Abweichung durch Unebenheiten. Im Juni 2012 wurden die Bahnen im A10 Bowling in Wildau vermessen (KLICK).

Während wir noch über Berg und Talfahrten nachdachten, wurden die Bahnen bereits mit der Kustodian Bahnpflegemaschine für den praktischen Teil vorbereitet.

Na, ob da nicht heimlich Tipps an Außenstehende weiter gegeben wurden ;-)?

 Die nun folgende Mittagspause wurde vielfältig genutzt.

Die einen schrieben Grüße an die Heimgebliebenden, andere frönten ihrem Laster und wieder andere warteten geduldig, bis die 23 Gerichte und Getränke zubereitet und aufgetischt wurden.

Dann gab es da noch die Gruppe der immer Neugierigen: die Pro Shop Gucker ;-)!

Oliver Mielenz erklärte mit großem Erfahrungsschatz die Vorzüge der aktuellen Bowlingbälle.

Auch ergänzte er die bereits sehr ausführlichen Erläuterungen von Peter Knopp in Hinblick auf Bälle verschiedener Hersteller.

Seit Belmonte werden auch Sparebälle zum reaktiven Anwurfball!

Doch nun wurde es ruhig: Jägerschnitzel, Pommes, Salat und ein Getränk. Inklusive, heiß auf den Tisch gebracht und lecker!

 Die verbrauchten Kalorien wurden wieder aufgefüllt und wir waren gespannt, was nun noch kommen konnte.

Es ging genauso umfangreich und anschaulich weiter. Die Ölmuster werden veröffentlicht, aber was fange ich mit den Informationen an? Die wichtigsten Informationen sind die Öllänge, die Ölmenge und die Verteilung. Jede einzelne Angabe sagt nicht viel aus, sondern die entsprechenden Abhängigkeiten. Beispiel: Es werden 24 ml Öl verwendet. Einmal ist das Ölmuster 35 ft lang, dann 43 ft. Es liegt auf der Hand, das die gleiche Ölmenge verteilt auf eine viel kleinere Fläche sich anders verhält. Dazu kann das Öl gleichmäßig Innen und Außen, oder Innen viel stärker und Außen viel weniger aufgetragen sein. Die wohl wichtigste Angabe ist das Ratio, das Verhältnis der Ölmenge in der Mitte der Bahn und der Ölmenge Außen. Hier gilt: Ratio bis 3:1= Sport, 3:1 – 5:1=moderat, größer 5:1 einfach (Hausölung). Weiterhin sind (mit aggressiven Bällen) kurze Ölmuster für die Mehrheit schwerer zu spielen, als längere.

Kompliziert? Ja, ABER… Es gibt ja noch die Slowinski-Liste. Hört sich geheimnisvoll an, ist aber eigentlich ganz simpel. Joe Slowinski, USBC Gold Coach (KLICK), hat eine Liste entwickelt, aus der hervor geht, bei welcher Leiste der Ball das Ölmuster am Ende des Ölmusters verlassen muss. Der sogenannte Exit-Point lässt sich ganz einfach bestimmen: Länge des Ölmusters – 31! Beispiel: Öllänge: 38 ft. Damit Exit-Point bei 38 ft: 38 – 31 = Leiste 7. Knackpunkt: Wie überprüfe ich, ob ich die Leiste 7 nach 38 ft auch tatsächlich getroffen habe? Also doch nicht ganz einfach, aber zumindest eine weitere Hilfestellung, die ich natürlich im Training ausprobieren kann!

Diese Liste basiert auf USBC Tests, in denen festgestellt wurde, dass der optimale Einschlagwinkel in der Gasse 6 Grad beträgt! SECHS Grad, nicht 40 Grad, nicht 30 Grad oder 20 Grad, sondern 6 Grad! Das könnte auch erklären, das bei Geradeaus-Spielern mit aggressiven Bällen und kleinem Bogen durchaus Strikeketten fallen können, wo Riesenbogen-Spieler mit Eckpins zu kämpfen haben.

In Hamburg kommt irgendwann die ungeduldige Aufforderung: Nu ma Butter bei de Fische! Was hat das ganze mit mir und meinem Spiel zu tun?

Die Bahn richtig bespielen, bedeutet die Verbindung von:

Bahnoberfläche (Oberflächenart, Topografie, Abnutzung des Belages, Umgebungsfaktoren), Bowlingball (Oberflächenart, Oberflächenstruktur, Kern, Layout), Spieler (Geschwindigkeit, Umdrehungen, Axis Rotation, Achsen Tilt) und Ölmuster (Öl, Länge, Ratio, Veränderungen).

Fazit: Es gibt keinen Wunderball, keine Wunderpille und keinen Hans-im-Glück-Bowler. Wie sagte schon Brian Voss so schön: Bowling ist Arbeit!

Nun ging Peter konkret und im Detail auf die Ölmuster der 1. Bl. ein. Er erklärte die Taktik bei der Eröffnung und die Reaktion auf Veränderungen und gab Tips zur Ballwahl.

Der praktische Teil bestand aus dem Spiel auf Bejing (35ft) und Tokio (43 ft). Eine taktische Variante auf short könnte sein, bewusst carry down zu produzieren, um die Reaktion der aggressiven Bälle kontrollierbarer zu machen.

Dazu nimmt man den Spareball und macht ein paar Würfe über die entsprechende Linie (Öllänge 35ft, Exitpoint: 35 ft – 31 = Leiste 4) bei paralleler Linie.

Nach nur wenigen Würfen gingen wir nach hinten und konnten uns davon überzeugen, wie das Öl nach hinten getrieben wurde.

Links die streifenförmigen Ölspuren. Rechts die  Vergrößerung. Es ist zu sehen, dass es nicht immer gleiche Streifen sind, sondern auch durchaus eine fleckenähnliche Verteilung.

Wie bereits beim Vortragen legt Peter wert darauf, das die Teilnehmer  sich nicht nur berieseln lassen, sondern verstehen, worum es geht.

Er fordert die Teilnehmer auf, nach hinten zur Bahn zu kommen und sich genau anzusehen, was bereits nach wenigen Würfen mit Plastikbällen mit dem Öl auf der Bahn passiert.

Nun ging es aber nicht mehr um Probewürfe, sondern um Strikes. Nicht zufällige, sondern gewollte! Peter gab den Tip für dieses kurze Ölmuster: Matter Ball, mit vorwärtsroll abgegeben und Exit-Point auf Leiste 4.

Leiste 4 ist ganz schön nahe am Gutter! Aber tatsächlich. Es funktioniert. Ohne großes Kurbeln, lief der Ball fast von alleine in die Gasse und… Strike.

…Und Strike…

                        …. Und Ratte….

Ups, kann ja mal passieren ;-)!

Entscheidend ist, vorher hätten die meisten wahrscheinlich einen polierten Ball mit viel Länge genommen und quer über die Bahn gespielt. Nun gibt es nicht nur eine Alternative, sondern einen sehr guten Ansatz!

Peter ließ die Teilnehmer vorerst spielen und beobachtete. Er schaute auf die Ballauswahl, die Linien und auf die Technik.

Man merkte, Peter ist nicht nur selber aktiver und ein herausragender Bowler, auch wenn er O-Ton: in der Alt-Herren-Liga (PBA Seniors Tour!) spielt, sondern auch Trainer.

Er erklärte verständlich und anschaulich und ermutigte die Teilnehmer, auch wenn nicht alles gleich klappte.

Freundlich, aber bestimmt, nicht aufdringlich, aber präsent!

Es war eine klasse Idee, nach der Theorie Teile davon in der Praxis auszuprobieren. Vieles konnte sich so verfestigen und motivierte die Teilnehmer sicherlich, Bowling nicht nur körperlich zu betrieben, sondern sich auch mehr Wissen anzueignen. Denn ab einem bestimmten Level, entscheiden Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage!

Zum Abschluss appellierte  Peter noch einmal an die Teilnehmer, Bowling als Sport zu betreiben und zu trainieren. Am Besten nicht alleine, sondern mit Trainern und  / oder Videoaufnahmen.

Wurden nun die großen Versprechungen und Ankündigungen eingehalten? JA! Die Teilnehmer waren begeistert und ich gehe davon aus, dass viele sich auf die nächsten Seminare freuen!

Danke Peter, das war Klasse! Weiter so DBU!

Kegel Navigate World Tour 2009

Kegel Navigate World Tour 2009

Am 26.01.2009 ab 09:00 Uhr war es nach 3 Jahren wieder soweit. Es begann das Bahnpflegeseminar im Rahmen der Kegel Navigate World Tour 2009 in Berlin in der Bowl Arena Spandau.

Die Firma Bowltech organisierte und begleitete mit viel Engagement dieses Seminar, wie bereits in den Jahren zuvor. Peter Lenders, Projekt Management und Bahnpflegemaschinen bei Bowltech, übernahm die Registrierung und freute sich viele, über Jahre, bekannte Gesichter wieder zu sehen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die gesamte Organisation professionell und das Service-Team sehr höflich und sehr aufmerksam war, ohne die Redner zu stören! Trotz der vielen Teilnehmer hat jeder einen Platz gefunden und konnte dem Seminar gut folgen. Später lobte Don Agent die ausgesprochen leckeren Spare Ripps!

Foto von links nach rechts: Peter Lenders, Gus Falgien, Don Agent, Rolf C. Dannehl

Rolf C. Dannehl, General Manager / Prokurist von Bowltech Deutschland, eröffnete das Seminar und begrüßte die Teilnehmer.

Don Agent bezieht klar Stellung für Sportbowling, betont aber, das Bowlingcenter einen guten Mix aus Sport- und Freizeitbowlern benötigen.

Um den Centern ein guter und kompetenter (Ansprech-)Partner zu sein, sammelt die Firma Kegel überall auf der Welt Informationen auf Turnieren von Spielern und Centern über Bälle, Reiniger, Öle, …  Die hier gewonnen Informationen fließen direkt in die Entwicklung der neuen Produkte ein.

Die größte Anforderung ist das Herstellen von konstanten Bahnverhältnissen. Auch wenn diese schwierig sind, kann man sich darauf einstellen, wenn man immer wieder unter gleichen Bedingungen trainieren kann! Dieses ist aber nur möglich, wenn die Maschine regelmäßig gewartet und kontrolliert (z.B. die Öl- bzw. Reinigermenge) wird .

Don erklärt, wenn ein Bowler sagt, da stimmt was nicht mit der Bahn, oder die Bahn ist heute anders, dann hat er in 90 Prozent aller Fälle recht! Das heißt aber nicht, das der Techniker einen schlechten Job gemacht hat, sondern eher das die Maschine ein Problem hat oder andere Reiniger bzw. Öle verwendet wurden.  Die Reinigung der Bahn ist wichtiger als die Ölmuster, denn das Öl braucht eine saubere Bahn, um bestmöglich auf der Bahnoberfläche zu haften. Don fragt in die Runde, wer die Bahnen 1x pro Woche nur reinigt ohne zu ölen? Wer kontrolliert die Backends  nach der Ölung? Don möchte damit die Bahnpfleger sensibilisieren, nicht nur der Maschine zu vertrauen, sondern auch ein Gespür für die Ergebnisse zu entwickeln. Probleme können auch beim Mischen des Reinigers mit Wasser durch verschiedene Personen auftreten. Der Eine nimmt mehr, der Andere weniger Reiniger. Der Eine nimmt warmes Wasser, der Andere kaltes Wasser zum Mischen. Dadurch können identische Ölmuster unterschiedlich empfunden werden.

Don empfiehlt die Bahnen 1 und 2 doppelt zu pflegen, da die Bürste, die das Öl auf die Bahn überträgt, anfangs noch sehr trocken ist und noch nicht die optimale Ölmenge aufnehmen kann.  Danach erklärt Don wie die Maschine reinigt und gibt Tipps, wie die Reinigungsleistung erhalten bleibt. Es sollte auch regelmäßig die verbrauchte Reinigermenge kontrolliert werden, da diese sich im laufe der Zeit ändert (Düsen verkalken oder verstopfen, die Pumpenleistung lässt nach…). Wenn ein Spieler sagt, es ist mehr Öl auf der Bahn (obwohl es das gleiche Programm ist) , oder zu viel carry down (in den hinteren, trockenen Bereich der Bahn getragenes Öl) entsteht, ist dieses häufig auf eine schlechte Reinigung zurück zu führen. Auch verwenden einige Center günstigere Produkte als original Kegelprodukte. Bei diesen ist z.B. das Tuch dünner und nimmt weniger Reiniger / Öl auf, oder der Reiniger ist nicht auf das verwendete Öl abgestimmt. Das optimale Mischungsverhältnis zwischen Reiniger und Wasser ist von Center zu Center unterschiedlich. Zu viel Reiniger hinterlässt einen Film, so dass das Ölbild nicht haften kann. Zu wenig hinterlässt Schmutzrückstände, die ebenfalls die Haftung verschlechtern. Das beste Mischungsverhältnis ist mit dem Auge nicht sichtbar, sondern nur durch Messungen, oder aber einfach über Spielen herauszufinden (gute Ballreaktion, geringes carry down). Bei sehr hartem Wasser könnte auch ein Kalkfilter die Reinigungsleistung verbessern. Bei der Bahnpflege sollte man zur Kontrolle die Maschine auf sich zukommen lassen, um zu sehen, ob der Reiniger gleichmäßig auf die Bahn gebracht wird. Als Test sollte alle Bahnen nur gereinigt und alle Bahnen kontrolliert werden, da unter Umständen die Probleme im Bahnbelag liegen und nicht in der Wartung.  Don übergibt an Gus, der nun in die Topographie (Landschaft) der Bahnöberfläche einführt.

Die Bahnoberfläche besteht (um bei der Landschaft zu bleiben) aus Bergen und Tälern. Die maximale Abweichung darf 1mm nach oben und unten sein. Bereits ab der Hälfte sind bereits Veränderungen im Balllauf zu sehen. Aus diesem Grund ist die Hälfte auch die maximale Toleranz von Kegel für die großen Turniere. Die Berge und Täler können durch Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwanken vergrößert, bzw. verkleinert werden. Von Kegel gibt es ein Gerät zum Messen, dieses heißt Lane Mapper. Bei Belägen mit stärkeren Bergen und Tälern ist eine Möglichkeit die Bahn bespielbarer zu machen die Ölmenge zu erhöhen.

Weiterhin sind für höhere Ergebnisse auch die kick back boards relevant. Diese boards befinden sich rechts und links neben dem Pindeck und sollen dafür sorgen, dass Pins auf das Pindeck zurück geschleudert werden und somit gegebenenfalls weitere Pins umhauen. Im Laufe der Zeit werden diese weich.

Umstritten ist die Anhebung des hinteren Pindecks (Spezifikation beachten). Dadurch werden die Pins nicht so leicht nach hinten raus geschossen und können sich leichter gegenseitig umhauen.  Auf das nächste Thema waren alle Anwesenden sehr gespannt: Ölmuster!

Grundsätzlich werden diese eingeteilt in kurz (36 Fuß oder weniger), mittel (37 – 42 Fuß) und lang (mehr als 43 Fuß).

Die mittleren Ölmuster sind für verschiedene Bowlertypen leichter zu spielen.

Die Ölmenge nimmt in der Regel langsam nach hinten ab. Geregelt wird die Ölmenge über die Fortbewegungsgeschwindigkeit der Maschine, da die Pumpe für das Öl eine konstante “Fördermenge” hat.

Stabile Ölmuster bieten ein relativ konstantes Fenster für den Breakpoint, so dass der Bowler sich “nur” nach links, bzw. rechts in der Aufstellung anpassen muss.   Wie schon anfangs erwähnt, war der “Saal” voll und bei diesem Thema Mucksmäuschen still!  Doch wieviel Öl soll es denn sein?

Mehr Öl überbrückt Höhen und Täler, jedoch müssen Öl und Reiniger zueinander passen. Das Öl muss wiederum zum Belag und zur Maschine passen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt und die Bahn ist ordentlich gereinigt, legt sich das Öl besser, hält länger und wird nicht so stark nach hinten getragen   Zwischenfrage aus dem Publikum: Wie lange soll das Muster vorm Wettkampf liegen? Antwort: Idealerweise 15 Minuten nach der letzten Bahn (mindestens jedoch 5 Minuten). Herrschen noch niedrige Temperaturen auf der Bahn, verlängert sich die Zeit.

Nachfrage: Auch über Nacht möglich? Antwort: Besser nicht, das Ölbild bricht schneller ein.

Obwohl höheres Öl in der Regel leichter zu spielen ist, kann eine höhere Ölmenge und eine höhere Viskosität (die Fähigkeit sich zusammenzuziehen) den Ball bremsen und dessen Energie schlucken.

Da Öl teuer ist, stellt sich auch die Frage, ob alle Bereiche der Bahn gleich geölt sein müssen. Hier hat Kegel gemessen, dass die Bowler früher eher über die Leisten 07-10 gespielt haben, heute jedoch stärker über die Leisten 10-13 spielen. Konsequenterweise sollten diese Bereich eine höhere Ölmenge erhalten. Sofern der Anteil der Linkshänder eher gering ist, kann natürlich auch auf der linken Seite etwas gespart werden.  Die Ölmuster werden in 2 Gängen auf die Bahn aufgetragen: Vorwärts und Rückwärts. Im Vorwärtsgang wird die Form des Bildes aufgetragen, im Rückwärtsgang das Öl aufgetragen, um die Bahn zu schützen. Weiterhin wird im Rückwärtsgang die Menge des Öls in der Midlane bestimmt, die für die Verlagerung des Breakpoints zuständig ist.  Selbst die kleinen Zwischenpausen wurden für Fachgespräche genutzt. Foto Gus mit Bernd Timm (links) und Bodo Konieczny.

Frage an Peter Lenders: Wie lange halten die Bahnbeläge? Peter Lenders ca. 20 bis 25 Jahre.  Um die Wirkung von Bahnpflege, Bahnbelag und Ölmuster zu verdeutlichen, stelle ich hier die Ligaergebnisse aus der aktuellen Saison der untersten Berliner Spielklasse (BBV) zweier Hallen gegenüber: 163,85 Pins und 178,3 Pins Differenz: 14,45 Pins

Noch deutlicher ist dieses in der Landesliga, der höchsten Berliner Spielklasse (BBV), zu sehen: 188,93 Pins und 209,91 Pins Differenz: 20,98 Pins

Das heißt NICHT, dass die Hallen besser oder schlechter sind, da ja viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Es zeigt lediglich, das hohe Ergebnisse und Schnitte durchaus von dem einen oder anderen Hallenbetreiber gewollt sind.

Kegel hat für die aktuelle Ölmaschine (mit transfer brush system) Ölmuster entwickelt, kategorisiert und zur Verfügung gestellt: Sport, Wettkampf und Freizeit. Die Einteilung erfolgt über den Hauptparameter “Ratio”. Mit Ratio wird das Verhältnis der Ölmenge von den Leisten 3-7 zu der Ölmenge auf den Leisten 18-22 bei 22 Fuß auf der Bahn bestimmt. Sport: Ratio kleiner 3, Wettkampf: Ratio zwischen 3 und 5, Freizeit: Ratio größer 5.

Grundsätzlich gilt: je geringer des Verhältnis ist, desto schwerer ist die Bahn zu spielen. Allerdings konnten wir auf dem aktuellen 1. BL-Start in Berlin sehen, das ein hohes Verhältnis (1:9,5!) nicht unbedingt stabile Verhältnisse bedeuten.  Kegel hat Logos zur schnellen Einschätzung für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade entwickelt.   Leichtes Ölmuster, innen viel Öl, außen wenig öl   Mittleres Ölmuster, in der Mitte weniger Öl, aber wesentlich breiter  Sportmuster, weniger Öl in der Mitte, breite und nimmt nach hinten nur leicht ab.  Warum ist es dennoch möglich, dass sich das Ölmuster unterschiedlich “anfühlt”, bzw. verändert?

Alter der Bürste, je älter, desto mehr klumpen die einzelnen Fasern zusammen (siehe Bericht Seminar 2006 (KLICK). Maschinengeschwindigkeit hat sich geändert. Rauere Bahnoberflächen können das Öl stärker von der Bürste ziehen. Unterschiedliche Öle mit unterschiedlicher Viskosität haften anders. Die Pumpe für das Öl muss kalibriert werden.   Wir haben sehr viel über Bahnpflege und Ölmuster gelernt. Fantastisch!! Übersichtlich und Verständlich!

Doch was fangen wir damit an???

Warten wir jetzt die Maschine und reinigen die Bahn? Ja, wenn die Zeit dafür ist, klar. Tauschen wir jetzt die kick back boards aus, bzw. “härten” diese? Ja, wenn es machbar ist. Heben wir jetzt die Pindecks an? Hmmmm, sofern es innerhalb der Spezifikationen ist, kann man dieses schlecht verbieten. Passen wir die Ölmuster so lange, bis auch in der Hausliga ein 200’er Schnitt normal ist? NEIN, bitte, bitte nicht!

Don empfiehlt für die Bowler konstante Bedingungen zu schaffen, die sich in definierten Abständen ändern und nach und nach anspruchsvoller werden. Dieses fördert den Sport und Ehrgeiz.

Eine Frage möchte ich in den Raum stellen: Was ist Bowling als Sportart wert, wenn man ohne großen Trainingsaufwand in kurzer Zeit einen PBA konformen Schnitt (Mike Machuga 212,54 Pins) erreichen kann? Ist das nicht ein wenig wie Marathonlauf mit dem Auto?  Vollgestopft mit Informationen ging es zum nächsten Highlight: Aus einem Lostopf wurden 8 Teilnehmer gezogen, die einen Bowlingball gewannen.      Nach der Verlosung ging es auf die Bahn, um die Maschine in Augenschein zu nehmen.  Die aktuelle Kustodian unterscheidet sich dadurch, dass das Öl nicht mehr auf eine Stahlwalze gespritzt wird, welches das Öl dann auf die eigentliche Bürstenwalze überträgt, sondern das Öl wird auf eine Bürste gespritzt.      Ein langer 15-Stunden Tag geht zu Ende, doch dieser Tag hat mich wieder in meiner Vorstellung bestärkt, dass Bowling durchaus als Sportart betrieben werden kann!  

Storm Showcase 25.10.2008

Bericht über den Storm Showcase vom 25.10.2008 mit Peter Somoff

Der Begriff Präsentationstage beim Bowling versprach bisher jede Menge neue Bowling-Bälle mit unterschiedlichen Gewichten und Bohrungen zum Testen. Häufig können diese Bälle dann vor Ort, in der Regel rabattiert, gekauft werden. Der Storm Showcase in der Berliner Bowl Arena Spandau waren jedoch anders geplant:  vorab ein Seminar und danach der praktische Teil. Veranstaltet wurde das Event von der Bowl Arena in Zusammenarbeit mit der Firma Bowltech, die europaweit sämtliche Bowlingprodukte vertreibt. Das Seminar fand in der vom Restaurant abgetrennten Lounge statt, die mit einem Beamer ausgestattet und entsprechend dekoriert war. Pete Weber als Startbild über einer Auswahl von Bowlingbällen von Storm verspricht Professionalität und weckt die Neugier.   Sven Riegel, einer der beiden Geschäftsführer der Bowl Arena, begrüßte die Teilnehmer (knappe 40) und informierte kurz über den Ablauf.

Neben ihm sitzt Rolf C. Dannehl, General Manager  und Prokurist des Distributers Bowltech GmbH, der sich gerne bereit erklärte Peters Worte ins Deutsche zu übersetzen. Peter Somoff, Vice President International Sales der Firma Storm begrüßte uns kurz und schickte uns dann erst einmal auf die Bahn.     Alle Teilnehmer haben ein paar Würfe gemacht und Peter hat sich die Abgabe und Bohrlayout angeschaut und jedem Teilnehmer “seine” Zahl mitgeteilt. Selbstverständlich war das gesamte Team von Baade’s ProShop anwesend. Marco Baade sollte später noch an die Grenze seiner (zeitlichen) Kapazität kommen, da viele Bälle gebohrt werden wollten.   Nach und nach kamen die Teilnehmer von der Bahn wieder in die Lounge und waren gespannt, was die Ihnen von Peter genannte Zahl 0,45 und 90 bedeuten sollte.

Gleich zu Beginn fragte Peter nach den Vorstellungen und Erwartungen. Verständlicherweise wurde der Wunsch geäußert verschiedene Bälle zu testen (ist das nicht der Sinn vom Showcase?). Doch Peter wies dieses in aller Deutlichkeit zurück und fragte, wie wir denn Bälle testen und bewerten würden. Er unterstellte uns, dass wir dazu gar nicht in der Lage sind, da uns sicherlich jede Menge Wissen fehlen würde… Ein sehr provokanter Einstieg, aber die Zuschauer waren gespannt.

Es folgte eine kurze Vorstellung der Firma Storm, die sich unter anderem dadurch von anderen Ballherstellern unterscheidet, dass alle Angestellten, wirklich ALLE Angestellten, selber Bowlen. Die Angestellten haben inzwischen mehr als 200 perfect games geworfen! Peter erzählte, als ihn das Bowlingfieber gepackt hatte, fehlte ihm das Geld. So suchte er sich einen Job in einem Bowlingcenter und trainierte regelmäßig viele Stunden. Er schaffte es mit 22 Jahren sogar bis in die PBA, was ihm aber nicht gefiel, da er sich auf der Tour häufig sehr einsam fühlte. Er fing an seine Bälle selber zu bohren, um das Geheimnis des perfekten Bowlingballs zu lüften. Später eröffnete er ProShops (10 Stück) und bohrte selber über 26000 Bälle. Doch er hat keine versteckten Geheimnisse beim Bohren lüften können, sondern festgestellt, das das Geheimnis erfolgreichen Bowlings beim Bowler und nur bedingt am Ball liegt.

Peters Ziel ist es nun also nicht uns sinnlos Bälle durch die Gegend werfen zu lassen, sondern uns einige Tipps guten Bowlens zu verraten und das Wissen zu vermitteln, bei Bowlingbällen die richtige Wahl zu treffen.

 1. Tipp: Konstanz in der Bewegung und bei der Abgabe

Hierzu zieht er sich einen Bowlingschuh an und lässt die Schnürsenkel offen, weil sein Fuß nach einiger Zeit immer anschwillt. Dann entscheidet er sich, die Schnürsenkel doch lieber ganz rauszunehmen, weil er ja weiß, dass seine Füße im Laufe der Zeit anschwellen werden. Er fragt uns dann, wieder ein wenig provokativ, ob wir uns denn vorstellen können so zu bowlen… Natürlich verneinen wir dieses (wir sind ja nicht völlig blöd). Dann fragt er uns, wie viele Tapes wir in unseren Bohrlöchern haben. Er erklärt uns, dass Profis zwischen 5 und 10 Tapes pro Ball benutzen, da es völlig normal ist, dass die Finger mal dicker oder dünner sind! Also die Löcher lieber etwas größer bohren lassen und die optimale Passfähigkeit mit Tapes herstellen, erklärt Peter. Er ergänzt, dass auch gleich gebohrte und getapte Bälle sich unterschiedlich anfühlen können, da das Tape in einem Ball, der regelmäßig gespielt wird, durch Öl und Schweiß glatter wird. Als Lösung empfiehlt er, das oberste Tape regelmäßig zu wechseln. Geeignete Schuhe (am besten nur auf einer Seite eine Gleitsohle und idealerweise mit Wechselsohlen) und passende Bälle sind die Voraussetzungen für ein konstantes Spiel.

2. Tipp: Nervosität und negative Emotionen bekämpfen

Peter erzählte uns von seinem ersten im Fernsehen übertragenen Spiel. Trotz guter Vorbereitung und erfolgreichem Spiel bis zum Fernsehduell schlotterten ihm so die Knie, dass er dachte, alle Welt würde dieses sehen können… Wie das Spiel ausging, konnten wir uns gut vorstellen. Peter erklärte, dass negative Emotionen und Nervosität zu einer verkrampften  und damit inkonstanten Abgabe führen. Ziel sollte es aber sein, aus einem lockeren Pendel den Ball auf die Bahn gleiten zu lassen. Wie wir Nervosität und negative Emotionen bekämpfen können, hat er leider nicht erklärt. Aber vielleicht gibt es ja einmal ein Seminar eines Mental-Coaches !?!

3. Tipp: Beobachte nicht nur den Einschlag in die Pins, sondern auch den Balllauf

Peter begann in einem Wettkampf nach den Probewürfen mit 4 Strikes in Folge, wechselte dann den Ball und erspielte ein perfect game. Er hat erkannt, dass der Balllauf sich veränderte und passte sich rechtzeitig an. Wird nur der Einschlag in die Pins beachtet, kann sich der Spieler erst nach einem Miss anpassen und verschenkt damit gegebenenfalls wichtige Punkte. Außerdem kann er nur so sehen, ober er überhaupt seinen Zielpunkt getroffen hat um die richtige Entscheidung für eine Anpassung (Aufstellung, Zielpunkt, Ball) zu wählen.

4. Tipp: Reiße nicht mit den Fingern am Ball

Entgegen der allgemeinen Meinung erklärt Peter, dass die Bogen- bzw. Hakenbewegung des Balles nicht aus den Fingern resultieren sollte, sondern aus der Arm- bzw. Handgelenksbewegung. Ein Reißen mit den Fingern am Ball nimmt dem Ball die Energie. Er vergleicht es mit Golfen. Wenn man beim Golfen mit den Fingern (am Schläger) krallt, wird es den Balllauf nicht beeinflussen! Dennoch kann und muss man auch beim Golfen einen Bogen spielen.

Werden die Tipps berücksichtigt, kann und sollte natürlich auch das (Ball-) Material optimal gewählt werden.Dazu hat Peter einige Folien erstellt, die eine Einführung in die komplexe Materie ermöglichen.Verglichen mit einem Auto besteht der Ball aus der Schale, den Reifen, und dem Kern, dem Motor.

Die Schale wiederum besteht aus verschiedenen Materialien, die eine unterschiedliche Reibung auf dem Öl, bzw. der Bahnoberfläche erzielen. Das ist erst einmal nicht sehr spektakulär, zumal die Ballhersteller die optimalen Bahnkonditionen (Light, Medium Heavy) mit angeben. Peter fragte uns dann, ob man mit Schneeketten genauso schnell fahren kann, wie mit einem normalen Sommerreifen auf trockener Fahrbahn. Dieses geht natürlich nicht und so ist dieses auch mit Bowlingbällen für sehr ölige Bahnen. Wenn das Tempo nicht angepasst wird, reagieren diese über oder unter!

Der Kern, oder Motor, ist etwas komplizierter zu beschreiben. Grundsätzlich sind neben der großen Formenvielfalt 2 verschiedene Kerntypen zu unterscheiden: der symmetrische und der asymmetrische Kern.

Stellt man sich bei einem senkrecht stehenden symmetrischen Kern (Foto rechts, der untere Kern) vor, in die Mitte von oben ein Loch zu bohren und steckt dann einen Stab durch, so kann der Kern um den Stab gleichmäßig rotieren. Die Rotation wird leicht anzustoßen sein und sehr stabil verlaufen.

Ein asymmetrischer Kern wird aus einem symmetrischen Kern, wenn an einer (oder mehreren) Stellen eine weitere Masse angebracht wird. Setzt man diesen diesen dann in Rotation, so wird dieser “eiern” und die Rotation nicht stabil verlaufen.

Stark vereinfacht können wir von Bällen mit einer stabilen Rotation (Bälle mit symmetrischen Kernen) und Bällen mit einer instabilen Rotation (Bälle mit asymmetrischen Kernen) sprechen.

Innerhalb dieser verschieden Typen gibt es weitere Abstufungen, die die Dynamik des Balles beschreiben. Im Wesentlichen sind es RG und Differential (Vorsicht, diese Werte können sich innerhalb eines Balles mit unterschiedlichen Gewichten drastisch ändern!).

Ein Ball mit niedrigem RG und niedrigerem Differential wird früher anrollen und einen geringeren Bogen erzeugen. Ein Ball mit niedrigem RG und höherem Differential wird früher anrollen und einen stärkeren Bogen erzeugen. Ein Ball mit höherem RG und niedrigerem Differential wird später anrollen und eine hakenartige Bewegung im Backend erzeugen. Ein Ball mit höherem RG und höherem Differential wird später anrollen und eine stärkere hakenartige Bewegung im Backend erzeugen.   Doch welcher Ball ist jetzt für welchen Bowler geeignet? Die Zahl (0,45,90), die Peter den Teilnehmern genannt hat, gibt die Gradzahl der Achsenrotation wieder. 0° steht für “Vorwärtsrollen” und damit geringere Bogenbewegung des Balles, 90° für starkes “Seitenrollen” und damit starken Bogenlauf.

Somit sind für Bowler mit eher geradem Balllauf Bälle mit asymmetrischen Kern, für Bowler mit starkem Bogenlauf eher symmetrische Bälle geeignet. Die “45’er” haben freie Auswahl!

Diese Informationen können sicherlich für eine Einschätzung sehr hilfreich sein, jedoch sollte ein kompetenter Ballbohrer gerade auch im Hinblick auf die vernünftige Abstufung für verschiedene Bahnenverhältnisse zur Entscheidungsfindung hinzugezogen werden. Ein kompetenter Ballbohrer wird sicherlich auch seinen “neuen” Kunden ein paar Würfe auf der Bahn machen lassen, um zu sehen, wie dieser bowlt.

Nachdem doch sehr vielen Informationen waren die meisten Teilnehmer froh, sich aus den Stühlen zu erheben und das soeben gehörte auch an den “neuen” Bällen auszuprobieren. Die Teilnehmer verteilten sich auf den Bahnen und Peter schaute sich bei allen die Bohrungen und Ballabgabe an und gab viele Tipps zur Abgabe. Das Team von Baade’s ProShop stand hilfreich und mit vereinten Kräften zur Verfügung, um die Demo-Bälle zu präparieren und so gut wie möglich anzupassen.      Wie zu erwarten war, nahmen einige Teilnehmer die speziellen Angebote an, um einen neuen “empfohlenen” Bowlingball zu kaufen. Marco Baade und Bernd Timm hatten Dauerstress den Andrang zu bewältigen. Dennoch profitierten auch die Beiden von Peters Know How und erhielten den einen oder anderen Profitip!

Dieser Showcase war etwas Besonderes, denn die Kombination aus Theorie und Praxis hat uns wieder deutlich vor Augen geführt, dass Bowlen nicht aus dem Wegwerfen von Bällen besteht, sondern ein Perfektionssport ist, in dem man nur erfolgreich sein kann, wenn man Technik, Emotionen und Material beherrscht.

Trainerseminar mit Brian Voss 28.09.2007

Am 28.09.07 fand ein Trainerseminar mit Brian Voss auf der Neuen City Bowling Hasenheide statt.

Pit Kissner, Ausbildungsleiter des BBV, begrüßte die zahlreich erschienenen Trainer und Traineranwärter pünktlich im gut vorbereiteten “Glasraum”.

Als Dozent begrüßte er den PBA-Profi Brian Voss, der nicht nur als Spieler eine Legende ist, sondern auch professionelle Trainings durchführt.

Schnell kam Brian Voss zur Sache und sprach, für alle gut verständlich, schon nach wenigen Minuten fließend Deutsch, gemischt mit ein wenig Denglisch.

Brian betonte, dass Bowling kein Kraftsport ist und verschiedene Techniken und Taktiken erfolgreicher sind, als viele neue Bowlingbälle.

Auch die Fähigkeit, variabel im Linienspiel zu sein, ist für erfolgreiches Bowlen auf verschiedenen Bahnbedingungen entscheidend für hohe Ergebnisse.

Neben vielen sehr detaillierten und gut erklärten Informationen legt Brian Voss sehr viel Wert auf Anschaulichkeit beim Training.

So zeigt er den Trainern, wie man den Schülern das freie und lockere Armpendel beibringen kann.

Nach der Theorie folgte nun die Praxis. Frei gehaltene Bahnen wurden genutzt, um die bereits angesprochenen Übungen live zu sehen.

Das Interesse war groß und die Teilnehmer folgten den Anleitungen sehr aufmerksam.

Brian Voss sagt gerne und oft: “Bowling ist Arbeit”. Dennoch vermittelt er sein Wissen mit viel Humor und findet im Umgang mit dem Nachwuchs immer die richtigen Worte und Gesten.

Wenn die Schüler dann soweit sind, dass Ausrichtung,  Anlauf, Pendel und Abgabe weitestgehend konstant sind, erfolgt das Finetuning.

Brian Voss demonstrierte die Anwendung der Analysesoftware Dartfish und zeigte Vergleiche mit PBA-Profis, die trotz unterschiedliche Style weitestgehend das gleiche Timing haben.

Anschaulich zeigte Brian Voss immer wieder zwischendurch die hohe Kunst des nahezu perfekten Bewegungsablaufs.

Obwohl er mit 2 Bällen gleichzeitig pendelt (links und rechts) landen beide Bälle fast zeitgleich auf dem selben Punkt der Bahn.

Die Veranstaltung war gelungen und die Teilnehmer sehr zufrieden.

Die Organisation war super und so gab es dann noch ein harmonisches Abschiedsfoto mit Pit Kissner, Brian Voss und dem Hallenverantwortlichen Peter Obst.Auch renommierte Trainer wie Thomas  Radke, Nationaltrainer A/B/C -Kader, folgten interessiert Brians Ausführungen.

C.A.T.S.®

C.A.T.S.® – Computer Aided Tracking System

Für diejenigen, die bisher bei C.A.T.S.® an Katzen gedacht haben, ist das linke Foto gedacht. Mehr hat das  C.A.T.S.® aber nicht mit Katzen zu tun, sondern mit Bowling. Das Computer Aided Tracking System ist bisher in Deutschland relativ spärlich verbreitet und leider noch relativ unbekannt. Für uns natürlich wieder ein Grund, mehr Informationen darüber zu liefern. Angeboten wird das System von der renommierten Firma www.kegel.net. Den Tipp, uns damit näher zu befassen haben wir von Werner Gessner, der das C.A.T.S.® bereits vor vielen Jahren in Amerika kennen- und schätzen gelernt hat.

Am 03.06.2006 machten wir uns von Berlin auf den Weg nach Hamburg Osdorf ins Bowlingcenter 3B (Bowling Center Osdorf Bitburg Bowling Bornheide). Dort gibt es erst seit guten 2 Monaten das C.A.T.S.®.  Vom Personal und speziell von Kai Knibbe wurden wir freundlich begrüßt. Nach kurzer Vorstellung schoss ich schnell ein paar Fotos und ließ mir von Kai das Prinzip von dem C.A.T.S.® erklären. Grundsätzlich besteht das System aus einer “normalen” Bowlingbahn, Sensoren zum Messen und einem Computer, der die Messergebnisse auswertet und entsprechend aufbereitet auf einem Monitor darstellt.

Links sehen wir ein Foto der Sensoren, die jeweils bei 3,4m und 4,6m (Höhe der Pfeile), bei 11,9m (Breakpunkt) und bei 15,5 m und 16,8m (Gasseneintritt) positioniert sind. Das C.A.T.S.® kann von 2 Bowlern gleichzeitig genutzt werden. Über die Messpunkte und weitere Berechnungen werden Angaben über die Ballgeschwindigkeit, Umdrehungen, Gassenwinkel und vor allem die Konstanz der verschiedenen Würfe ausgewertet.   Welchen Vorteil hat nun aber der Bowler von so einem Kontrollsystem?

Überprüfung einer konstanten Ballabgabe

Messen der unterschiedlichen Ballreaktionen

Kontrolle des Trainingsfortschritts

Das Ölmuster der Bahn entspricht Sportkonditionen, so dass ein Ball in der Regel geradeaus durchrutscht, wenn die Ballabgabe nicht durch Fingerzug unterstützt wird.    Kai Knibbe bedient nicht nur das C.A.T.S.®, sondern gibt in einer Trainingsstunde wertvolle und umsetzbare Tipps zum Anlauf, dem Pendel und natürlich zur Ballabgabe. Glaubt man nun aber dem jeweiligen Trainer? Das ist in diesem Fall völlig egal, denn dank dem  C.A.T.S.® können wir nun überprüfen, ob die Änderungen und Vorschläge, sofern diese umgesetzt werden können, erfolgreich sind. Dieses System lügt nicht und basiert auf messbaren Fakten.

Ergänzend zum C.A.T.S.® nimmt Kai die Würfe mit einer Kamera von hinten auf, um dem Bowler neben den Fakten auch die entsprechende Haltung und Ballabgabe zu zeigen.  

Jeder Bowler macht einige Probewürfe, um die Bahn zu lesen. Danach startet Kai die Aufzeichnung und jeder macht 10 Würfe in die Vollen. Ist der letzte (10.) Wurf erfolgt, liefert das System eine Zusammenfassung der wichtigsten Daten und eine grafische Auswertung der Würfe. In Kais Beispiel war jeder Wurf ein Ass (X). Der rote Bereich zeigt Geschwindigkeit, Position, Winkel und Umdrehungen auf Höhe der Pfeile an. Der grüne Bereich Geschwindigkeit und Position auf Höhe des Breakpunktes an. Der braune Bereich zeigt Geschwindigkeit, Position und Winkel im Gassenbereich an.

Beispiel 1. Wurf:

Leiste 15 in Höhe der Pfeile, um 3,8 Leisten gegen die Bahn bei 11,9m, Bogen mit 3,3 Leisten vor den Pins.

Die Geschwindigkeit bei der Abgabe lag bei 27,8 km/h, verringerte sich auf 27,0 km/h, dann schlug der Ball mit 24,5 km/h in die Pins.

 Zusätzlich zur Übersicht erhält jeder Bowler auf Papier ausgedruckt eine mehrseitige Auswertung der 10 Würfe. Wichtig für hohe Ergebnisse über viele Spiele ist ein konstantes Spiel vom Anlauf über das Pendel bis zur Abgabe. Die Auswertung beinhaltet die jeweiligen Messergebnisse und die durchschnittlichen Abweichungen pro Wurf, bezogen auf die 10 Würfe. In meinem Beispiel habe ich eine Differenz bei der Abgabegeschwindigkeit von 1,04 km/h und eine Streuung der Leisten bei der Abgabe von 3,2 Leisten.

In der unteren Tabelle werden die Differenzen mit Ergebnissen von vielen Messungen verglichen, um eine Einschätzung des tatsächlichen Trainingsstandes zu erhalten. Die erste Spalte gibt die Werte für den jeweiligen Schnitt an. Mein aktueller Schnitt liegt nach 134 Saisonspielen bei ca. 188. Meine in diesem Durchgang erzielten Werte zeigen, dass meine Konstanz bei der  Geschwindigkeit ungefähr einem Schnitt von 210-219 entspricht, wobei meine Treffsicherheit einem Schnitt von 200-209 entspricht. Sicherlich sind diese Werte nur eine Momentaufnahme, dennoch geben sie dem Bowler eine auf realen Messungen basierende Übersicht. Diese kann zur Überprüfung des Trainings genutzt werden, zur generellen Einschätzung oder einfach nur, um verschiedene Bälle zu testen.

Ölmaschinenworkshop von Kegel und Bowltech GmbH 2006

Ölmaschinenworkshop organisiert von Kegel Company und Bowltech GmbH

Am 16.02.2006 präsentierten sich die Firmen Bowltech und Kegel gleich mit 5 Mitarbeitern im Bowlingcenter Schillerpark. Kegel schickte mit Ted Thompson (Kegel Europe Managing Director) einen Spitzenmann, der so ziemlich alles über Ölmaschinen und deren Wartung und Instandsetzung weiß. Ergänzt und nicht minder präsent waren Sven Scheepers, Kegel Europe Mechaniker, Don Agent, Chef Mechaniker und Entwickler Kegel USA, Peter Lenders, Project Manager der Firma Bowltech und Rolf C.Dannehl, Managing Director BOWLTECH GMBH GERMANY.

Erstaunlicherweise kamen mehr Teilnehmer aus der Schweiz als aus Berlin… Allerdings sei hier zu erwähnen, dass die Bowlingcenter Tegel und Big Bowl vertreten waren.

Um Missverständnissen vorzubeugen, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ich kein Mechaniker oder Bahnpfleger bin, sondern Bowler. Der Bericht hat nicht den Anspruch technische Details korrekt darzustellen, sondern Bowlern mit einfachen Worten das Prinzip der Bahnpflege näher zu bringen.

Ted leitete den Workshop und sprach für einen Amerikaner ein sehr gut verständliches Englisch, was Sven Scheepers hervorragend übersetzte. Ohne lange Vorreden begann der eigentlich für 2 Tage konzipierte und auf einen (langen) Tag komprimierte Workshop mit der Aufteilung in 2 Gruppen. Die erste Gruppe wurde von Ted und Sven betreut und begann mit der Menüführung und Technik der Kustodian Bahnpflegemaschine. Die zweite Gruppe wurde von Peter Lenders in die Details der Phoenix Bahnpflegemaschinen eingewiesen.  

Ich entschied mich für die kleinere Gruppe von Peter, da die Phoenix Maschine auf 2 Hallen eingesetzt wird, auf denen ich regelmäßig spiele. Wie fast immer beginnt es mit der Theorie. Diese begann mit der Menüführung und den damit verbundenen Einstellungen der (programmierten) Maschine. Die wesentlichen Einstellungen sind hier die Länge der Ölung und die Geschwindigkeit. Die Phoenix kann vorwärts und rückwärts mit je 3 Geschwindigkeiten ölen (mit einem Tuningkit 4).

Nach einer kurzen Pause, die gerne mit dem bereitgestellten und immer wieder aufgefüllten Kaffee und kleinerem Fachgesimpel verbracht wurde,  ging es im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte. Peter Lenders von Bowltech war deutlich anzumerken, dass er nicht nur alles über diese Maschine weiß, sondern das es ihm auch Spaß macht, seine enorme Erfahrung leicht verständlich und praktisch weiterzugeben. Er baute so ziemlich alles wichtige aus und erklärte, was besonders zu reinigen und zu beachten ist. Viele kleine verratene Tricks können eine Menge Euros sparen, so z.B. das Reinigen der Sensoren, die häufig nicht kaputt, sondern lediglich verstaubt sind.

Peter nahm sich sogar die Zeit, meine laienhaften Fragen bezüglich des eigentlich Prinzips der Bahnpflege zu beantworten. Dieses Wissen möchte ich hier gerne einfach verständlich weitergeben.

Wir sehen hier die Unterseite (der Teil, der die Bahn berührt) der Kustodian Bahnpflegemaschine.   Diese Walze ist mit einem weißen Reinigungstuch umspannt, dass sich mit einer bestimmten und nach Umfang der Rolle abhängigen Geschwindigkeit abwickelt. Das Reinigungstuch nimmt Fussel und Staub von der Bahn. Nach dem Tuch kommt eine Anordnung von 2 weichen Kunstofflippen. Die erste Lippe unterstützt die Reinigung der Bahn, die zweite sorgt dafür, dass das Reiniger-Ölgemisch  zwischen den Lippen bleibt, damit der Sauger dieses von der Bahn in den Reinigungstank  saugen kann. In der Mitte sehen wir die Tanks für den Reiniger und das Abwasser. Durch die blaue Nylonwalze wird das neue Öl auf die Bahn gebracht.

Die Bahnpflege läuft wie folgt ab:

Auf der Frontseite der Bahnpflegemaschine befinden sich Düsen, die Reinigungsflüssigkeit in bestimmten Abständen auf die Bahn sprühen.   Als nächstes gleitet das Reinigungstuch über die Bahn und nimmt Staub und Fussel von der Bahn auf.

Hier sehen wir das Reinigungstuch mit mehreren Schmutzrändern. Ist der Abstand zwischen den Rändern zu klein, wird der Dreck der einen Bahn auf die folgende übertragen!     Nach dem Reinigungstuch kommt die erste Gummilippe, die mit einem bestimmten Druck (justierbar über den Abstand zur Bahn) über die Bahn gleitet. Hierdurch werden festere Verschmutzungen abgelöst. Danach kommt die zweite Gummilippe, die das Reiniger-Ölgemisch zwischen den Lippen hält. Ein Sauger zieht das Gemisch in den Abwassertank.

Zu guter Letzt wird nun das neue Ölmuster auf die Bahn über diese Nylonwalze aufgetragen.

Bis zu diesem Zeitpunkt gleichen sich die beiden verschiedenen Typen von Bahnpflegemaschinen. Beim Auftragen des Ölmusters auf die Bahn wird zwischen zwei Verfahren unterschieden. Das eine Verfahren nutzt Pads, um das Öl auf die Nylonwalze zu bringen, das andere Verfahren sprüht das Öl auf die Walze.

Bei den Padmaschinen  (Phoenix) wird das Öl durch Kapillarkräfte über Pads aus dem Öltank gezogen und durch Kontakt mit einer Metallwalze auf die Nylonwalze übertragen. Daraus resultieren verschiedene Punkte, die unbedingt zu beachten sind, um ein gleichmäßiges Ölbild über mehrere Bahnen zu gewährleisten: Vor der Bahnpflege die Maschine mind. 15 Minuten liegen lassen, damit sich die Pads vollsaugen können. Wieder nach 8-12 Bahnen die Maschine  mind. 15 Minuten liegen lassen. Mindestens einmal pro Woche die Pads mit einem trockenem Tuch reinigen. Pads je nach Häufigkeit alle 1-2 Jahre wechseln Die Pads gibt es in verschiedenen Größen: 3 Leisten, 5 Leisten, 7 Leisten und 10 Leisten. Häufig werden nur 5’er Pads eingesetzt, wonach sich ein dementsprechend relativ grob abgestuftes Ölmuster ergibt.

Bei dem Sprühverfahren wird über eine Düse das Öl auf die Nylonwalze aufgetragen. Der Nachteil ist, dass damit nicht alle Viskositäten verwendet werden können, sondern je nach Temperatur eher etwas “dünnere” Öle. Der jedoch deutlichere Vorteil ist die wesentlich feinere Abstufung des Ölmusters gegenüber den Pad-Maschinen.

Jetzt jedoch weiter mit dem Bericht:

Das Bowlingcenter Schillerpark setzt bereits eine Kustodian Bahnpflegemaschine ein, so dass es für die Spezialisten des Bowltech-Teams sehr einfach war, über einen kleinen Pocket-PC das vorhandene Ölprogramm auf das neue Spitzenprodukt, die Kustodian Ion, zu übertragen und einen Testlauf zu fahren. Die neue Ion verwendet einen Akku, so dass kein hantieren mit einem Stromkabel notwendig ist! Wie immer sehr engagiert und voll dabei begleitet Gastgeber Willi Theißen und sein freundliches und aufmerksames Team, jeden Schritt mit großem Interesse. Das nun folgende Mittagessen überzeugte nicht nur durch sein professionellen Ablauf, sondern auch durch die geschätzte Qualität und den super Geschmack.

An dieser Stelle sei dem guten, freundlichen und zuverlässigem Service-Team gedankt!    Nach dem Essen ging es dann mit einer Checkliste für das tägliche, wöchentliche und jährliche Wartungsintervall weiter. In dem linken Bild sehen wir eine Nylonwalze, die relativ neu ist. die einzelnen Fasern sind relativ dicht beieinander und nicht verklebt.   In dem unteren Bild sehen wir technisch die gleiche Walze, die allerdings aufgrund des häufigen Gebrauchs stark verklebt ist. Das mit dieser Walze kein einheitliches Ölmuster mehr aufzutragen ist, bedarf keiner weiteren Erklärung.

Leider für meine Interessen etwas zu kurz geraten, war die Erklärung und Programmierung einzelner Ölmuster. Allerdings wurde den Teilnehmern angeboten, sich direkt von Kegel entsprechende Ölmuster zuschicken zu lassen (toller Service). Grundsätzlich gab es jedoch folgende klare und sehr deutliche Aussage:

Es ist unbestritten machbar, ein Ölmuster mit jeder der Kegel-Maschinen aufzutragen, was einem Durchschnittsbowler eine Verbesserung seines Schnitts um bis zu 20 Pins ermöglicht!

Aber: Leichte Ölmuster verzeihen viele Fehler und führen bereits mittelfristig zu einer deutlichen reellen Verschlechterung!!!!

Es bleibt also zu hoffen, das wir Bowler unseren Sport ehrlich betreiben wollen und nicht auf den Bahnen trainieren, auf denen die Strikes “von alleine fallen”! Dass für Hausligen Verhältnisse geschaffen werden, bei denen der Ligaschnitt bei 180 Plus liegt, ist dagegen genauso legitim.