Brian Voss & Norm Duke 2004

Am 15.07.2004 waren die amerikanischen Profibowler

Norm Duke und Brian Voss

zu Gast im Bowlingcenter Tegel.

Da die Beiden von ihrem Hotel ins Bowlingcenter Tegel quer durch die Stadt fahren mussten, haben sie sich verfahren, so dass das Training vieler bowlingbegeisteter Teilnehmer etwas später als angekündigt begann.

Nach einer motivierenden Einleitung von Brian Voss, der außergewöhnlich gut Deutsch spricht, da er einige Zeit in Deutschland gebowlt hat, erhoben sich die Teilnehmer noch etwas zurückhaltend zu den ersten Trockenübungen.

Der Anlauf: Eigentlich ist es doch ganz einfach, die Kugel in die Hand nehmen, 4 Schritte machen und einen Strike werfen! Ok, soweit die Theorie…. Aber wie sieht denn nun aus den Augen der Profibowler ein richtiger Anlauf aus? Nun ja, Norm Duke verglich den Anlauf mit dem Seiltanzen, einen Schritt vor den Anderen setzen. Den ersten Schritt groß, die Beiden folgenden kleiner und schneller und dann den Vierten in der Gleitphase.

Dieses wurde dann parallel auf 8 Bahnen mit mehr oder weniger Erfolg praktiziert. Natürlich ohne Ball und selbstverständlich endete der Anlauf in der korrekten leicht geknickten und gebeugten Haltung, einer Verbeugung vor der Hoheit sehr nahe kommend, mit dem nahezu idealem 45 Grad Winkel der Füße zueinander (oder so ähnlich). Sicherlich merkt ihr schon, dass eben dieser Anlauf in der Regel nicht so ablief, wie die Theorie es vorschreibt.

Hier zeigten die Profis das erste Mal viel Geduld und scheuten sich nicht, a la Cha Cha Cha die Bowler(innen) an die Hand zu nehmen und mit ihnen gemeinsam anzulaufen.

Nachdem sich dann allmählich die ersten Anläufe mit erfolgreicher Gleitphase einstellten, kam die nächste Übung, diesmal mit Ball. Es sollte nur der letzte Schritt, also die Gleitphase mit entsprechendem Armpendel und Ballabgabe vollzogen werden. Sofort setzten totale Funktionsstörungen der Arme und Beine ein. Das linke Bein hinten, der rechte Arm vorne, oder doch lieber 2 Schritte, Gewicht verlagern, damit wir nicht kippen,…. Naja, irgendwie hat es ziemlich lange gedauert, bis der Bewegungsablauf und die saubere Koordinierung von Armen und Beinen einigermaßen stimmte, so dass zumindest ein Teil der abgegebenen Bälle nicht in der Rinne landeten.

Die restliche Trainingszeit sollten die Bowler(innen) so bowlen wie immer, allerdings dabei den neu erlernten Anlauf umsetzen. Jetzt offenbarten die Profis ihre wahres Können: grenzenlose Ruhe mit viel Humor und Fachkompetenz! Nach und nach gingen sie zu jedem Bowler und begutachten die jeweils spezifischen Fehler und boten umsetzbare Lösungen an. Wir verspürten bereits nach kurzer Zeit keinerlei Berührungsängste mehr, da diese Profis echte Profis zum Anfassen sind! Überhaupt nicht arrogant, nahmen sie sich für jeden Zeit und jedes „Problem“ ernst.

Später durften die Zuschauer dann live dem langersehnten Showbowlen beiwohnen. Wer hat bisher schon Strikes gesehen, die mit einem in ein beliebiges Handtuch eingewickeltem Bowlingball erzielt wurden? Norm Duke zeigte dieses mit Bravur! Brian Voss bevorzugte die 4-Ball Variante, konnte damit aber striken. Dafür räumte er den 7/10’er Split mit 2 Bällen gleichzeitig geworfen, wobei der Ball der linken Hand den 10’er räumte und der Ball der rechten Hand den 7’er.

Ein weiterer Höhepunkt war das direkte Duell Brian Voss gegen Norm Duke. Die Beiden schenkten sich keinen Pin und zeigten fernsehreif ihr Können und ihre Klasse. Leider hatte keiner der Beiden an diesem Abend ein „perfect game“, Norm Duke kam diesen mit 279 Pins (Strikes und ein 9’er Spare) allerdings verdammt nahe.

In dem nun folgenden Turnier der besten 36 Qualifizierten, wurden die vier Glücklichen ermittelt, die in einem Doppel mit den Profis spielen durften. Die Anspannung war diesen deutlich anzumerken, wobei die Vier dem Druck durchaus standhielten.

Als Bonbon durften wir ein spontanes Turnier zwischen 3 jungen Frauen (Mandy, Jule und Sandra) beiwohnen, die nur sehr knapp dem leicht überlegenden Herrenteam unterlagen… (Norm Duke zeigte im 10’ten Frame, dass man auch mit Bowlingkugeln kegeln kann XXX!).

Selbst als es bereits nach 2 Uhr war, standen die Profis Brian Voss und Norm Duke noch für Fragen, Fotos, und Autogramme zur Verfügung!

Dieser Abend war für uns und das Bowlingcenter Tegel ein Abend der Extra-Klasse und wird nicht so schnell vergessen werden. Zum Glück versprachen die Beiden nächstes Jahr wieder zu kommen!